Interaktive Kommode

Ein Regal, das mediale Erinnerungen mit taktiler Interaktion kombiniert

Hintergrund

Bei einigen BewohnerInnen wurde während der ersten Phase des Projektes ein ausgeprägter Bewegungsdrang wie auch eine motorische Unruhe beobachtet. So entstand die Idee, die Aufmerksamkeit solcher BewohnerInnen durch ein mit „Interaktiven Schubladen“ ausgestattetes Regal zu binden und über biografische Elemente positive Erfahrungen zu ermöglichen.
Ziel ist, dem Wunsch bzw. Drang nach taktiler Interaktion entgegen zu kommen und gleichzeitig die Erinnerung an angenehme Erlebnisse zu wecken.

Beschreibung

Die Aufmerksamkeit der BewohnerInnen soll über einen Lichtreiz auf eine „interaktive Kommode“ gelenkt werden. Der Lichtreiz erfolgt über eine Lichtquelle, beispielsweise in Form eines mit Leuchtdioden (LED) besetzten Kabels. Auf der Kommode sind Bilder zu sehen, die mit der Biographie der BewohnerInnen in Zusammenhang stehen und mutmaßlich für sie bedeutsam sind. Die Schubladen der Kommode beinhalten unterschiedliche Themen.
Die BewohnerInnen können eigenständig mit dem System interagieren und sich für eine Schubalde entscheiden, deren Thematik in der aktuellen Situation Gefühle und Interesse auslöst. In der Schublade befindet sich eine Auswahl von Gegenständen/ Bildern, die mit dem gewählten Thema übereinstimmen.
Beispielsweise könnten in einer Schublade, auf der ein Wald abgebildet ist, Kastanien, Tannenzapfen oder Figuren von Tieren des Waldes liegen.
Durch das Öffnen der Schublade wird thematisch passende Musik wiedergegeben. Diese Wiedergabe lässt sich ebenso durch das Berühren oder Herausnehmen von Gegenständen auslösen. Die Basis des Schubladensystems bildet ein Regal mit Schubladeneinsätzen. In die Schubladeneinsätze wurden Ausschnitte gefräst, in denen jeweils ein iPad Mini verankert werden kann.

Bedienung

Das Schubladensystem wird lokal über eine serverbasierte Administrationsoberfläche betrieben. So lässt sich per Fernsteuerung bestimmen, welches Bild auf welcher Schublade angezeigt wird. Bilder können also dynamisch ausgewechselt werden. Sowohl die Lichtschnur als auch die interaktiven Schubladen benötigen Informationen darüber, wer sich der Kommode nähert.
Dies lässt sich mit einem einfachen „Trackingsystem“ in Erfahrung bringen. Ein Trackingsystem, wie wir es derzeit aufbauen, würde für den einzelnen Bewohner bzw. die Bewohnerin bedeuten, einen münzgroßen Chip in der Kleidung zu tragen.
Denkbar ist auch die Einbettung des Chips in Schmuck. Weitere Komponenten des Trackingsystems sind drei Smartphones, die im Raum verteilt angebracht werden. Diese orten die Position des/der Chips.