Ziele des Projektes

Im Projekt werden folgende Ziele verfolgt:

Neue Interaktionsformen

Es soll untersucht werden, wie digitale Medien und neue Interaktionsformen genutzt werden können, um Biografiearbeit und Erinnerungspflege zu unterstützten. Dabei sollen insbesondere auch Einsatzpotentiale großer interaktiver Oberflächen (Surface Computing) und interaktiver Objekte (Smart Objects, Mixed Reality) untersucht werden.

Für Menschen mit Demenz optimierte Interfaces

Es soll untersucht werden, wie Systeme zur technikgestützten Erinnerungspflege gestaltet sein müssen, damit sie von Menschen mit Demenz selbst genutzt werden können. Dazu wird die Entwicklung und Evaluation von „minimalen“ Interfaces und die Untersuchung von Ansätzen zur impliziten Steuerung auf Basis der Beobachtung des Nutzers (z.B. Erkennung der Aufmerksamkeit) vorgesehen.

Effiziente Nutzung von Artefakten

Es sollen Ansätze entwickelt werden, die eine effiziente Nutzung dieser Medien und Technologien in Einzel- und vor allem Gruppenaktivitäten in der aktivierenden Pflege ermöglichen. Hierbei sollen neben kulturellen „Vermächtnissen“ wie bestimmten Fernsehsendungen oder wichtigen Ereignissen (z.B. Bern 1954, Mondlandung 1968) auch persönliche Erinnerungsartefakte genutzt werden können.

Werkzeuge zur Erfassung von Artefakten

InterMem entwickelt Methoden und IT-Werkzeuge für die Biografiearbeit, die eine einfache Erfassung und Strukturierung von biografischen Informationen und persönlichen digitalen Erinnerungsartefakten ermöglichen. Hier stehen vor allem auch internetbasierte Ansätze im Zentrum des Interesses, die es ermöglichen, Inhalte gemeinsam mit Angehörigen (Kindern, Enkeln) oder Freunden sowie professionell Pflegenden einfach und sicher zu erstellen.

Anforderungen an die Pflegenden

Es soll untersucht werden, welche Effekte die Anwendung dieser Art technikgestützter Biografiearbeit in der pflegerischen Versorgung auf die Lebensqualität von Menschen mit Demenz hat, welche Anforderungen diese neuartigen Lösungen an die Pflegenden stellen und welche Auswirkungen sie auf Organisations- und Strukturfaktoren (Workflow, Zeitaspekte) haben.

Umsetzbarkeit

Für eine spätere Umsetzung sollen entsprechende Voraussetzungen untersucht und unterstützende Maßnahmen entwickelt werden, wie z.B. ein Trainings- und Schulungsprogramm für Pflegende, Angehörige oder Ehrenamtliche.
Insgesamt soll das Projekt durch die Entwicklung von Ansätzen zur Technikunterstützung von Erinnerungspflege und Biografiearbeit dazu beitragen, diese als Bestandteil einer umfassenden Betreuung von Menschen mit Demenz in institutionellen wie auch in häuslichen Versorgungssettings deutlich zu fördern und die Erinnerungspflege insgesamt effektiver zu machen. Hiervon werden ein deutlicher Beitrag zur Verbesserung des Wohlbefindens von Menschen mit Demenz wie auch Verbesserungen für ihre Pflege und Begleitung erwartet.